Drei-Phasen-Modell der Veränderung nach Kurt Lewin

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Kurt Lewin gilt als einer der Urväter der Organisationsentwicklung. In den 1940er Jahren entwickelte er das Drei-Phasen-Modell der Veränderung. Er beschreibt dabei die Bedingungen, die für eine erfolgreiche Veränderung in einer Organisation erforderlich sind.

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  • AUFTAUEN: In dieser Phase wird die grundsätzliche Bereitschaft für den Veränderungsprozess geschaffen („unfreeze“). Mögliche Einflussfaktoren wurden bereits im Vorfeld analysiert, z.B. durch die Kraftfeld- oder Stakeholderanalyse.
  • VERÄNDERN: Hier findet die eigentliche Veränderung statt („change“). Der Erfolg hängt von der Vorphase und vom Beteiligungsgrad der Betroffenen ab. Übliche Interventionen sind z.B. Workshops oder Großgruppenveranstaltungen.
  • STABILISIEREN: Nun sollte das veränderte Verhalten stabilisiert werden („defreeze“). Der Prozess darf nicht zu früh beendet und muss aufmerksam beobachtet werden. Ansonsten droht ein Rückfall in alte Verhaltensweisen.

Für Kurt Lewin war wichtig, dass der Veränderungsprozess nicht mit der Auftauphase beginnt, sondern dass eine Vorbereitung benötigt wird. Das impliziert schon: Je besser der Veränderungsprozess durchdacht und vorbereitet ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit des Gelingens.

Interne Kommunikation von Anfang an dabei

Vom internen Kommunikationsmanagement sprach Kurt Lewin damals noch nicht. Heute sollten wir genau definieren, wer welche Funktion und Aufgaben im Prozess übernimmt. Interne Kommunikationsmanager müssen die Phasen mit ihren Mechanismen und Methoden kennen, um den Prozess wirkungsvoll schon ab der Vorbereitungsphase kommunikativ zu begleiten. Mögliche Aufgaben könnten so aussehen:

  • AUFTAUEN: Das bereits in der Vorbereitungsphase entwickelte Kommunikationskonzept wird schrittweise umgesetzt. Die Verantwortlichen für die interne Kommunikation sorgen vor allem für ein gemeinsames Verständnis von Aufgabe, Ziel und Bedingungen.
  • VERÄNDERN: In dieser Phase kann es zu Widerstand und Konflikten kommen. Hierfür sind begleitende Evaluationspunkte wichtig. Die Aufgabe des Kommunikationsmanagers kann sowohl die Gestaltung und Moderation von Workshops also auch die Betreuung der begleitenden Kommunikation sein.
  • STABILISIEREN: Die Kommunikationsverantwortlichen passen das Kommunikationskonzept nach Bedarf erneut an und bieten, sofern es hakt, Unterstützung in Form von Training oder Coaching an. Wichtig ist der prüfende Blick, ob die Wirkungen der Veränderungen nicht im Widerspruch mit der Kultur stehen.

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