Definition interne Kommunikation

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Interne Kommunikation, interne Unternehmenskommunikation, interne Öffentlichkeitsarbeit, Internal Relations, Mitarbeiterkommunikation, Employer Communications, innerbetriebliche Kommunikation: Synonyme für interne Kommunikation gibt es viele, aber was bedeutet der Begriff genau? Ein Blick darauf, was Fachleute sagen, könnte im ersten Schritt hilfreich, wenn auch etwas trocken sein. Sie haben auf einen genauen definitorischen Exkurs keine Lust? Überspringen Sie die Theorie einfach und lesen Sie unter der Überschrift „Verständnis von interner Kommunikation“ weiter.

Andreas Jäggi, Viviane Egli: Interne Kommunikation in der Praxis, Buchverlag Neue Zürcher Zeitung, 2007

Die Aufgaben der internen Kommunikation leiten sich direkt von der Unternehmensstrategie und den Unternehmenswerten ab.

Die interne Kommunikation gewährleistet den Aufbau und die Pflege von relevanten Beziehungen zu den internen Anspruchsgruppen und verbessert damit die Zusammenarbeit, den Wissensaustausch sowie die Koordination innerhalb der Organisation. Das vordringliche Ziel der internen Kommunikation besteht darin, das Denken, Fühlen und Verhalten der internen Anspruchsgruppen auf die strategischen Organisationsziele auszurichten, die Grundwerte zu pflegen und die Reputation und die Marke zu stärken. Die Aufgaben der internen Kommunikation leiten sich direkt von der Unternehmensstrategie und den Unternehmenswerten ab.

Philip Meier: Interne Kommunikation im Unternehmen, Orell Füssli, 2002

Interne Kommunikation ist ein Instrument der Unternehmenskommunikation …

Interne Kommunikation ist ein Instrument der Unternehmenskommunikation, welches mittels klar definierter, regelmäßig oder nach Bedarf eingesetzter und kontrollierter Medien die Vermittlung von Informationen sowie die Führung des Dialogs zwischen der Unternehmensleitung und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sicherstellt.

Ulrike Führmann, Klaus Schmidbauer: Wie kommt System in die interne Kommunikation? Talpa-Verlag, 2011

Auf Basis gründlicher Analyse werden mit schlanker Strategie und schlüssigen Themen schlagkräftige Instrumente entwickelt …

Das interne Kommunikationsmanagement ist ein integrierter Bereich der gesamten Kommunikation des Unternehmens. Vorrangige Aufgaben sind die Information, Motivation und Bindung der Mitarbeiter, mit dem Ziel, die organisatorischen Abläufe zu optimieren und die angestrebten Unternehmensziele zu erreichen. Auf Basis gründlicher Analyse werden mit schlanker Strategie und schlüssigen Themen schlagkräftige Instrumente entwickelt, die eine stimmige Kommunikation von Führungskräften und Mitarbeiter/innen ermöglichen.

Dieter Herbst: Praxishandbuch Unternehmenskommunikation, Cornelsen, 2003

Öffentliche und private Kommunikation, formale und informelle Kommunikation, individuelle und Massenkommunikation …

… Kommunikation alle Kommunikations- und Informationsbeziehungen im Unternehmen: zwischen Management und Mitarbeitern sowie zwischen den Beschäftigen untereinander, öffentliche und private Kommunikation, formale und informelle Kommunikation, persönliche Kommunikation und über Medien, individuelle Kommunikation und Massenkommunikation.

Verständnis von interner Kommunikation

Wenn ich über das Verständnis von interner Kommunikation im Unternehmen spreche, lasse ich mich von drei Ordnungsnormen leiten:

Ordnungsnormen der internen Kommunikation

Diesen Ordnungsnormen, die sich gegenseitig beeinflussen, liegt jeweils eine handlungsleitende Frage zugrunde:

Das ist das Feld der Kommunikationsstrategie.

  • Welche Informationen benötigen die Mitglieder Ihrer Organisation, um gut arbeiten zu können? Diese Frage fällt in den Bereich der Kommunikationsstrategie, zu der sowohl die konzeptionelle als auch strategische Planung der internen Kommunikation gehört. Sie beruht auf den Prinzipien des klassischen Managementprozesses (Analyse, Planung, Umsetzung und Evaluation). Intranet, Social Media oder Social Collaboration Workplace – was macht bei Ihnen Sinn? Wäre es sinnvoll, die E-Mails abzuschaffen? Newsletter oder Mitarbeiterzeitschrift? Solche Fragen nach den Instrumenten lassen sich mit einer sauberen Kommunikationsstrategie, vor allem mit klaren Zielen und definierten Bezugsgruppen, beantworten.

Das ist das Feld der Kommunikationskultur.

  • Wie soll kommuniziert werden und welchen Umgang braucht Ihre Organisation bzw. wünschen sich die Mitglieder Ihrer Organisation. Mit dieser Frage beschäftigt sich die Kommunikationskultur. Sie ist eng an die Organisationskultur gekoppelt und trägt entscheidend zum Erfolg oder Misserfolg interner Kommunikation bei. Im Change Management kommt ihr eine große Bedeutung zu – sie bestimmt in hohem Maße, ob Veränderungen tatsächlich greifen. Auch bei der Einführung von Social Media oder Social Collaboration im Unternehmen spielt die Kommunikationskultur neben der Technik eine tragende Rolle.

Das ist das Feld der Kommunikationsstruktur.

  • Wie organisieren Sie Prozesse und Strukturen, um gut kommunizieren zu können? Dieser Frage widmet sich das Feld der Kommunikationsstruktur. Ein wichtiger Punkt hierbei ist die optimale organisatorische Anbindung, d. h. es werden z. B. Überlegungen angestellt, ob die interne Kommunikation als Institution an die Abteilungen Unternehmenskommunikation, Personal und Organisationsentwicklung angebunden sein sollte oder besser als eigene Stabstelle fungiert. Hierzu zählen auch das Organisieren von Kommunikationsprozessen sowie die Umsetzung der Maßnahmen. Das operative Geschäft steht im Vordergrund.

Funktion und Institution der internen Kommunikation

Bei der Diskussion um das Verständnis von interner Kommunikation ist noch die Unterscheidung von zwei definitorischen Aspekte wichtig: die (sozialen Grund-)Funktion und die Institution der internen Kommunikation, also der Abteilung oder Person, die für die interne Kommunikation verantwortlich ist.

JEDER im Unternehmen ist für die interne Kommunikation verantwortlich.

Das ist deshalb wichtig, weil sowohl die Funktion als auch die Institution ein eigenes Verständnis, eigene Aufgaben und eigene Grenzen haben kann. Außerdem zeigt die Unterscheidung auf, dass jeder im Unternehmen für das Gelingen der internen Kommunikation zuständig ist – nicht nur der Manager der internen Kommunikation, die Geschäftsführung und die Führungskräfte, sondern auch jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter. Diese Erkenntnis darf allerdings nicht dazu führen, dass die Verantwortung hin- und hergeschoben wird. Das würde auf eine unangemessene Kultur hinweisen.

Bedeutung der internen Kommunikation

Lassen Sie uns zum Schluss noch einen Blick auf die Bedeutung der internen Kommunikation werfen. Für eine Zusammenarbeit ist die Kommunikation von so grundlegender Bedeutung, dass Organisation aus systemtheoretischer und verhaltenswissenschaftlicher Sicht sogar als Gesamtheit der kommunikativen Beziehungen definiert wird. Wie sieht es in Ihrem Unternehmen aus? Welche Bedeutung wird der Funktion und der Institution beigemessen? Wird dieses Verständnis von allen geteilt?

Praxistipps auf dem Weg zu einer sinnvollen internen Kommunikation

  • Definition: Welchen Begriff wählen Sie für die interne Kommunikation? Ist er passend?
  • Verständnis: Was verstehen Sie genau darunter und wird das Verständnis von allen geteilt? Ist das Verständnis angemessen? Können Sie es mit Leben füllen?
  • Bedeutung: Welche Bedeutung räumen Sie der internen Kommunikation ein? Teilen das alle? Ist die Bedeutung angemessen?

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